Auf Hochtouren

Monika Handl - Verkäuferin Textil Herren Bründl Sports Flagshipstore Kaprun & leidenschaftliche Skitourengeherin

Wer sich an Monikas Fersen heftet und es schafft, in Reichweite zu bleiben, der erlebt mindestens auch, was die Natur aus einem Menschen machen kann. Mit jedem Schritt, den sich die leidenschaftliche Tourengeherin weiter durch frisch verschneites Terrain dem Himmel entgegenschiebt, verändert sich ihre Stimmung, überhaupt ihr Gesichtsausdruck. Mit jedem Atemzug taucht sie mehr ein ins Herz, in aller Prachgt. Bis da nur noch der Zustand des reinen Glücks ist, in dem Worte überflüssig werden und nicht mehr zählt, was man tut, sondern wie.

Monika Handl auf Skitour am Kitzsteinhorn

"Ich bin ein Outdoor-Junkie", sagt die 57-jährige und nimmt ein paar tiefe Atemzüge. In ihrem alten Leben hat sie Schneiderin gelernt, in ihrem neuen, das mittlerweile auch schon 17 Jahre lang geht, ist sie mit Leib und Seele Verkäuferin. Wenn sie nicht fußläufig in der Herrentextil-Abteilung von Bründl unterwegs ist, bewegt sich Monika Handl gleitend auf ihren Skiern fort, anfangs noch auf den geliehenen. "Des taugt mir einfach", sagt sie, wohlwissend, dass es für das, was sie tut und was es in ihr auslöst, keine passende Beschreibung gibt. Das Tourengehen habe ihr geholfen, zu sich zu finden. "Ich bin augeglichener im Job", sagt sie, fühle mich frischer, vitaler. Und einen ganz pragmatischen Effekt hätten die Ausflüge in die Natur auch: "Du brauchst net so vui Hautcreme", lacht Monika.

Monika Handl macht sich bereit für die Skitour am Kitzsteinhorn

Wie im Rausch

Wolfgang Rudigier - Abteilungsleiter Hartware Bründl Sports Ischgl Zentrum & Teilnehmer beim Weissen Rausch in St. Anton am Arlberg

Die Kollegenr ufen ihm hinterher: "Du hast einen Vogel!" Die Familie daheim verabschiedet ihn mit den Worten: "Pass' auf dich auf!". Da ist es längst zu spät, zu bereuen. Wolfgang Rudigier, 47, Abteilungsleiter Hartware im Shop Zentrum in Ischgl, zieht sich den weißroten Rennanzug an, schultert die Ski, fährt rauf zum Vallugagrat hoch über St. Anton. Es ist der Tag des Weissen Rausch, dem "härtesten Skirennen der Welt", wie Wolfgang sagt.

Wolfgang Rudigier

Mit gut 500 anderen Skifahrern, Snowboardern und Telemarkern lässt er sich b eim Massenstart in die Tiefe fallen, sich die Eingewaude auf dem Kandahar durschütteln, dieser fiesen Buckelpiste, brettert weiter über unpräparierte, sulzige Hänge, da brennen die Lungeflügel bereits lichterloh vom zwischenzeitlichen, 150 Meter hohen Aufstieg. "Jedesmal denkst du, du stirbst", sagt Wolfgang, der nur ein Ziel hat: "nur nicht blamieren, einfach ankommen." Er hat es dann tatsächlich ins Ziel geschafft, auch die letzte Hürde genommen, einen riesigen Schneeberg. Und dann auch noch neunter in seiner Altersgruppe, nicht schlecht für einen, der erst vor ein paar Jahren beschloss, sich diese alpine Folterkammer anzutun. Derart beflügelt überlegt WOlfgang schon, sich das volle Programm zu geben. Denn zum Arlberg Adler gehören noch der Jakobilauf und ein Bike-Marathon. Mal sehen, was ihm die Kollegen nächstes Jahr hinterherrufen werden.

Wolfgang Rudigier beim Skifahren am Kitzsteinhorn