Wie alles begann ...

2009 wurde anhand von 27 Skifahrern der Generation 60+ einen Winter lang untersucht, wie sich Skisport auf die Gesundheit auswirkt. Parallel dazu sind die Werte von einer Gruppe Nichtskifahrern untersucht worden. Damals konnte belegt werden, dass sich Skifahren im Alter positiv auf das körperliche und geistige Wohlbefinden auswirkt.

Das Entscheidende ist nicht, länger zu leben. Entscheidend ist, den Mobilitätsabbau hinauszuzögern und damit Lebensqualität zu gewinnen. Ich habe gewonnen, wenn es mir gelingt, gesund zu sterben.
Erich Müller
Professor an der Universität Salzburg

Wie es weiterging ...

Fünf Teilnehmer der Interventionsstudie fuhren sechs Jahre lang jeden Winter zwei bis drei Tage pro Woche Ski (28 geführte Skitage/Saison). Danach verglich das Institut für Sportwissenschaften der Uni Salzburg auf Wunsch der Gruppe deren körperliche und geistige Verfassung mit den Versuchspersonen der damaligen Kontroll- und Interventionsgruppe. 25 Personen nahmen an dem Nachtest 2015 teil, darunter die Skifahrer sowie Personen mit aktivem und inaktivem Lebensstil. Durchschnittsalter aller Versuchspersonen: 74 Jahre. Erhebung des Lebensstils mittels psychologischem Fragebogen.
Skifahrer

Und was kam raus?

Nimmt die Leistungsfähigkeit bzw. der Gesundheitszustand mit zunehmendem Alter ab?

Nichtskifahrer hatten deutliche Einbußen in physischer und kognitiver Hinsicht. Der Kreis der Aktiven war weniger häufig krank und wies einen wesentlich besseren allgemeinen Gesundheitszustand auf. Sozialer Nebeneffekt: Psychischen Erkrankungen im Alter wie Depression oder Demenz wird durch die Gruppendynamik entgegengewirkt.
Grafik, auf welcher die Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit von aktiven bzw. inaktiven Personen innerhalb von 6 Jahren dargestellt wird
Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob sich Lebensqualität gewinnen lässt, indem ich den Leistungsstand von damals im Vergleich zu heute durch einen aktiven Lebensstil wie Skilaufen auf einigermaßen gleichem Niveau halten kann. Das ist der Gruppe in hohem Maße gelungen.
Erich Müller
Urheber der Studie

Alpiner Skilauf ist gut für die körperliche Fitness, da für ideale Herz-Kreislaufbeanspruchung sowie hohe Kraft- und Ausdauerbeanspruchung gesorgt wird und Skilauf ein gutes Training für Koordination und Gleichgewicht darstellt. 

Gleichzeitig fördert alpiner Skilauf die kognitive Kompetenz, das psychische Wohlbefinden sowie den allgemeinen Gesundheitszustand.

PROF. DR. ERICH MÜLLER ist Vizerektor der Universität Salzburg und Leiter des Instituts für Sportwissenschaften. In seinem Labor »Bio-Mechanics in Skiing« erforscht er seit vielen Jahren die Auswirkungen des Skisports auf den menschlichen Organismus. Müller, der Autor zahlreicher Publikationen zum Thema ist, hat mit der jüngsten Studie erstmals nachgewiesen, wie Skisport die Lebensqualität im Alter beeinflusst.
Portrait von Prof. Erich Müller