Du bist ja ein richtiger Heliskiing Fan und hast schon viele Trips gemacht. Wie oft warst du schon unterwegs und wie kam es überhaupt dazu?

Ja stimmt, insgesamt war ich schon 7 x Heliskiing. Mein Mann hat das zusammen mit ein paar Freunden gemacht und war so begeistert, dass ich unbedingt auch mal dieses Gefühl erleben wollte. Das war dann im Jahr 2010 soweit und seither sind wir „süchtig“.

Kannst du dich noch an dein erstes Mal im Hubschrauber erinnern, wie war das für dich?

Das war wirklich unglaublich schön. Ich war total aufgeregt, als der Heli zum Heliport kam und uns abgeholt hat. Der Flug ist sehr beeindruckend, wenn man das Gebirge aus einer völlig neuen Perspektive sieht. Und dann dieses Prickeln am ganzen Körper, wenn Du oben auf dem Gipfel aus dem Heli springst und dieses Panorama der tiefverschneiten Berge siehst. Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an das erste Mal da oben denke.

Wo warst du schon überall fliegen und hast gigantische Abfahrten genossen?

Ich war bereits in Kanada, in Zermatt und einmal am Arlberg.

Letztes Jahr hat es dich nach Zermatt verschlagen, nachdem du die letzten Jahre ja in Kanada unterwegs warst. Wie war dein Urlaub dort, kannst du die Destination sogar für Heliskiing-Beginner empfehlen?

Zermatt ist schon allein durch die Dimension des Matterhorns, das den ganzen Ort prägt, einmalig. Dann gibt es dort die zum Teil über 300 Jahre alten Holzhäuser im Dorf, wo man sich vorstellen kann, wie das Leben früher war. Es gibt keine Autos, nur Elektrofahrzeuge, mit denen Personen und Güter transportiert werden. Auch das ist sehr faszinierend. Die Hotellerie ist schön, aber teuer. Eben die Schweiz – alles sehr mondän! Als Anfänger würde ich nicht in Zermatt mit dem Heliskiing beginnen, denn das hochalpine Gelände und die dünne Luft auf weit über 4000 Metern ist an sich schon eine Herausforderung. Da sollte man schon etwas Erfahrung haben. Und die Abfahrten gehen über längere Zeit, z.B. Monte Rosa dauert etwa 2 Stunden (weil man am Ende des Gletschers eine sehr große Hochebene queren muss), da sollte man etwas mehr an Kondition mitbringen.
Schneebedeckte Berge in der Schweiz

Was ist anders in Zermatt als in Kanada?

In Zermatt hat man einen Flug pro Tag, dafür eine unglaubliche Kulisse mit den vielen 4000ern rundherum. In Kanada sind die Abfahrten kürzer, dafür wartet unten der Heli und man fliegt auf den nächsten Gipfel – und das dann mehrfach am Tag. Und der Schnee in Zermatt ist anders, nicht zu vergleichen mit dem Sugarpowder in Kanada, der extrem luftig ist und perfekte „Sprays“ ermöglicht.

Mit wem gehst du auf Heliskiing Trips?

Immer mit meinem Mann, wir machen jeden Sport gemeinsam. Da ist das Erlebnis doppelt schön. Zuletzt war in Kanada und Zermatt auch unsere Tochter mit, die dieses Virus wohl geerbt hat. Das war dreifach schön.

Drei Skifahrer in den verschneiten Alpen

Wie sieht denn ein Tag Heliskiing aus? Wie viele Flüge schafft man an einem Tag?

Klassischerweise so: Am besten mit einem guten Frühstück starten, denn man ist den ganzen Tag in der freien Natur – ohne Hütten, wo man sich mal schnell was zum Essen und Trinken kaufen könnte. Am besten daher eine eigene Trinkflasche mitnehmen. Dann trifft man sich beim Heliport, von dort fliegt man bis zu einer halben Stunde. Dabei schauen die Guides immer, wo gerade die besten Bedingungen sind, wo die Hänge noch unverspurt sind und wo man gut landen kann. Am Gipfel angekommen geht’s nach den obligatorischen Fotos von der unvergleichlichen Kulisse los. Ski anschnallen, Lawinen-Airbag prüfen, LVS-Gerät checken. Der Guide fährt vor und sagt Dir genau, ob Du rechts oder links von seiner Spur fahren sollst – es gibt genug Gletscherspalten und auch lawinengefährdete Bereiche.
Zwei Personen im Hubschrauber mit Blick auf schneebedeckte Berge
Die Guides kennen ihre Gebiete sehr gut, also unbedingt den Anweisungen folgen. Und dann ist da nur noch der Powder, dein Grinsen von einem Ohr bis zum anderen, wenn der Schnee staubt und Du das Gefühl hast, die Welt gehört nur Dir. Fantastisch! Man macht dann meist drei oder vier Runs am Vormittag, dann gibt’s eine Mittagspause mitten in der Natur mit Getränken und Sandwiches, die der Helikopter liefert. Am Nachmittag schafft man normal nochmal drei Runs, sehr homogene schnelle Gruppen machen bis zu zwölf Runs an einem Tag.
Skischpuren im Tiefschnee

Wie bereitest du dich auf das Heliskiing vor, da es ja körperlich sehr anstrengend ist?

Ich trainiere das ganze Jahr über regelmäßig. Wenn ich einen Trip gebucht habe, dann trainiere ich gezielt vier Monate vorher drei bis vier Mal die Woche. Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer. Damit bin ich immer sehr gut vorbereitet – der Rest ist Technik.

Welche Anforderungen stellt das Heliskiing sonst noch?

Man sollte einige Erfahrung im Powder haben und bei jeder Schneelage gut Skifahren können, sonst ist es für einen selbst und auch für die Gruppe ein K(r)ampf. Auch Höhen- oder Flugangst darf man nicht haben.

Hast du schon weitere Pläne, wo es beim nächsten Mal hingeht? Was steht sozusagen auf deiner „Bucket List“?

Auf der Liste steht Livigno in Italien. Und nach Kanada fliegen wir sicher wieder – schließlich ist da unser Lieblings-Guide.

Dieser Sport ist ja doch sehr kostspielig. Wenn man sozusagen als „Heliskiing-Rookie“ reinschnuppern möchte, welche Kosten kommen da auf einen zu und was passiert, wenn das Wetter nicht mitspielt?

Für Anfänger würde ich eine Kombi empfehlen. Mit Economy-Flug, günstiger Unterkunft in Whistler in Kanada und drei Heli-Skitagen kann man mit ca. € 5.000 auskommen. Whistler deshalb, weil das Skigebiet sehr weitläufig ist und man auch powdern kann, selbst wenn der Heli wetterbedingt nicht abhebt.
Heliskiing

Wie würdest du Heliskiing insgesamt in ein paar Sätzen beschreiben?

Heliskiing muss jede/r, der/die gerne abseits der Pisten unterwegs ist, zumindest einmal gemacht haben. Diese grenzenlose Natur und dieses einmalige Glücksgefühl bei den ersten Schwüngen im Sugar-Powder lassen keinen kalt. Solche Erinnerungen hat man für immer!
Heliskiing