Vor über elf Jahren ist Maurice Dommes ins Zillertal gekommen, nicht ohne Hintergedanken, wie er sagt. Das südlich des Inns in Tirol gelegene Tal gilt als aktivstes der Welt, und der gebürtige Wernigeroder scheint den Superlativ gut verinnerlicht zu haben, was man so sieht und hört. Ski fahren, Rodeln, Fitnessstudio, seine Liebe aber hat er im Klettersteiggehen gefunden. Sein Spielplatz: Der Klettersteig in Talbach, dort, wo die Passagen schnell rot werden und bald schwarz, von schwierig bis sehr schwierig. Wo der Fels nahezu senkrecht steht und tief unten der Fluss durchs Gestein donnert. Hier ist der 32-Jährige in seinem Element, kraxelt gekkogleich die schroffen Wände entlang, tänzelt über Seile, zieht sich behände nach oben; das alles gefühlt im Zeitraffer. Der Normalo benötigt gut und gern eineinhalb Stunden für den Balanceakt, Maurice nimmt die Route in 20 Minuten. Ein im positiven Sinne herrlich Verrückter, der schon mal beim Spartan Race über brennende Balken springt oder durch Stacheldraht hindurchkriecht. Es gab auch andere Zeiten. Da war Maurice, der gelernte Hotelfachmann, träge, hat ungesund gelebt, sich gehen lassen. Er folgte dann seiner inneren Stimme (»The mountain is calling and I must go«) und heuerte über Umwege bei Bründl in Fügen an.
Heute sagt der Abteilungsleiter Verkauf: »Der Sport macht mich zufriedener, ich kann ganz anders auf Kunden eingehen.« Ganz nebenbei hat er auch seine Höhenangst überwunden. The mountain is calling …

Maurice Dommes Portrait Klettersteig

Das Klettersteiggehen ist eine meiner Lieblings-Sportarten, weil es eine Kombination aus Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit ist. Man kann sich extrem frei fühlen, weil man auch auf einer gewissen Höhe ist, wo man bestimmte Ängste überwinden muss.

Maurice Dommes

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