Bald 30 Jahre investiert Bründl Sports in die Entwicklung seiner Mitarbeiter, ob Lehrling, Fach- oder Führungskraft. Wer mit Elisabeth Rendl und Bernhard Bründl, den leitenden Figuren hinter der Bründl Akademie, das Gespräch sucht, stellt fest: Kein Aufwand scheint dem Unternehmen zu groß, seine Menschen auf dem Weg zum Gipfel des Achttausenders bestmöglich zu unterstützen. Es erklärt, warum die viel zitierte Persönlichkeitsentwicklung nichts gemein hat mit herkömmlicher Aus- und Weiterbildung. Freilich, es gibt einen verbindlichen Lehrplan, der in Stufen zum Erfolg führt. Aber Evolution bei Bründl heißt auch: Lernen aus Erfahrung, abseits starrer Konzepte und frei von Indoktrinationen, dafür mit Lektionen, die sich an Verstand und Herz richten. Keiner muss wollen, jedoch dürfen alle mögen. Alles hängt davon ab, inwieweit jemand bereit ist, sich weiterzuentwickeln und in die Verantwortung hineinwachsen zu wollen.

Die Bründl Akademie, Lebensschule genannt, hält dabei den Raum. Sie ist das Sauerstoffzelt, das auf höhere Weihen vorbereitet. Die Route zum Gipfel sei kein linearer Prozess, sagt Bernhard, sondern eine Reise, die sich auch mal im Kreis bewege. Es gibt Menschen, die kommen und gehen, die unterbrechen, um zu studieren, die abbrechen, zurückkehren zu Bründl, innerhalb des Hauses wechseln, und nicht nur einmal. Jeder trägt einen Rucksack voll mit Talenten und Fähigkeiten. Die Fragen dabei sind, welches Rüstzeug wen zu was befähigt und wer wo wie eingesetzt wird.

Elisabeth und Bernhard im Gespräch

Elisabeth erzählt die Geschichte einer Mitarbeiterin, die Verkäuferin war, aber erst als Merchandiserin richtig aufblühte. Hinschauen und hinhören, die teilnehmende Beobachtung – das gehört ebenfalls zum Job der Akademie-Verantwortlichen Dass einer von der Lehre bis zur Pension Verkäufer ist, war gestern. Andererseits: Bründl hat nicht nur Mitarbeiter auf der Fläche; mit seinen derzeit 540 Beschäftigten an 30 Standorten entstehen neue Jobs, man denke allein an das Service- und Logistikzentrum in Kaprun, wo IT, Marketing, Personal, Buchhaltung, Einkauf und Merchandising angesiedelt sind.

»Wir haben viele Berufsbilder und noch mehr Rollen zu vergeben«, sagt Bernhard. Das sei der Grund, warum Mitarbeiter sich doch wieder länger an ein Unternehmen binden; weil sie sehen, dass Entwicklung stattfinde, dass sie was bewirken können, egal, wo sie stehen. »Und das«, sagt Elisabeth, »ist für uns nachhaltig

Schule deine Mitarbeiter gut genug, damit du sie ruhigen Gewissen ziehen lassen kannst. Wenn du sie aber auch gut behandelst, werden sie erst gar nicht gehen.

Richard Brenson

Nachhaltigkeit — das andere große Thema neben der Persönlichkeitsentwicklung. Nachhaltig in dem Sinne, dass aus Talenten Multitalente werden. Es gebe keine Diskussionen, sagt Bernhard, wenn einer nur im Winter Shopleiter ist und zur Nebensaison in den Support geht. Oder zusätzlich zum Shopleiter ein Lehrlingsausbilder sei. Oder, noch ein Beispiel, für Kurzschulungen im Shop in die Rolle des Verkaufstrainers schlüpft. Weil die Mitarbeiter gerne ihr Wissen weitergeben, wie Elisabeth und Bernhard betonen. So entstehen zusätzlich Anreize im Job, zumal Bründl zentrale Bereiche ins Haus geholt hat, das komplette Verleihgeschäft etwa. Die Plattform werde wesentlich von Bründl Kollegen getragen, »mit dem ganzen Hirnschmalz und Herzblut von unseren ITlern, Rent-Leuten und dem Marketing«, erzählt Elisabeth.

Es zeigt sich, dass es nicht immer externe Berater oder Trainer braucht, weil die Mitarbeiter viel näher am Produkt seien und wissen, was Kunden ihnen zurückspielen. Und noch etwas zeigt sich: Dass Bründl durch seine Größe und Stärke ganz andere Bewerbungen erhalte, sagt Elisabeth. Kommt später beim Recruiting die Frage, warum Bründl, heißt es unisono: »Bei euch geht’s einem so gut und ich habe so viele Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln.«

Nach rund 30 Jahren hat es sich eben überall rumgesprochen.

Elisabeth und Bernhard beim Wandern